Sefarad in Wien


Geschichte und Kultur der

"türkisch-israelitschen Gemeinde" in Wien

ק"ק ספרדים בבֿיינה

von ihren Anfängen im 18. Jahrhundert bis 1938


Eine Projektreihe des Sarah-Fogiel-Instituts

Wiener Gesellschaft für Jüdische Studien

חברת מדעי היהדות בוינה


Das Thema

Die Anfänge einer sefardischen jüdischen Gemeinde in Wien reichen in die Zeit um 1736 zurück, als rund um Diego de Aguilar (alias Moses Lopez Pereira), einem wichtigen Kreditgeber der Kaiserin Maria Theresia und zeitweisen Pächter des österreichischen Tabakmonopols, mehrere jüdisch-spanische Familien in Wien ansässig wurden. Von 1750 an bis weit ins 19. Jahrhundert entwickelte sich die Gemeinde, die von den österreichischen Behörden als die Gemeinde der „türkischen“ (d.h. aus dem osmanischen Reich kommenden) Juden geführt wurde, zu einer aktiven und blühenden Gemeinde. Insbesondere im 19. Jahrhundert zeugen ein umfangreicher hebräischer und jüdisch-spanischer Buchdruck, ein eigenes sefardisches Schulwesen und Vereinsaktivitäten von einer Epoche, in der Wien ein wichtiges Zentrum des sefardischen Lebens darstellte. Wie es so oft für die Geschichte Wiens typisch ist, bildete auch die sefardische Gemeinde Wiens eine Schnittstelle zwischen der sefardischen Kultur des „Westens“, wie sie in etwa in Amsterdam, London und Hamburg gepflegt wurde, und den Gemeinden des „Ostens“ - wie man sie am Balkan, in Konstantinopel und anderen Zentren des Orients finden konnte.

Auch nach dem Ersten Weltkrieg gab es in Wien noch eine aktive sefardische Gemeinde. Bis weit in die 1930er Jahre hinein ist der Druck von sefardischen Gebetsbüchern und von Unterrichtsmaterial für den Religionsunterricht in Wien zu beobachten. 1938 wurde die prachtvolle sefardische Synagoge in der Zirkusgasse im 2. Wiener Gemeindebezirk ebenso zerstört wie fast alle Synagogen Wiens, und die darauf folgenden Deportationen und Morde der Nationalsozialisten löschten die Gemeinde aus. Einzelne Überlebende, die nach dem Zweiten Weltkrieg noch nach Wien zurückkehrten waren nicht zahlreich genug, um den Wiederaufbau der „spanischen“ Gemeinde als eigene Gruppe möglich zu machen.


Die Teilprojekte des Forschungsschwerpunktes:

Chronologischer Überblick:

Teil 1: Von den Anfängen bis um 1810

Teil 2: Vom Beginn des sefardischen Buchdrucks in Wien bis um 1840/50

Teil 3: Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg

Teil 4: Die Zwischenkriegszeit

Spezialthemen:

Sefardischer Buchdruck in Wien

Rabbiner - Religionsunterricht - Erziehung

Ausgewählte Beispiele von Texten in Ladino

Zeitschriften und Vereinswesen

Musik der sefardischen Synagoge


Langfassung der Projektbeschreibung und nähere Auskünfte: e-mail to Ruth Winkler


Sarah Fogiel Institut

Wiener Gesellschaft für Jüdische Studien

Karmeliterplatz 2, 1020 Wien

Bankverbindung: BAWAG (14000), 02020-085-668